Archive | May 2014

1448Km nach Astana

Das mit der Registrierung haben wir ja dann doch noch hinbekommen, so dass wir Aktöbe kurz nach Mittag hinter uns liessen, vollgetankt und mit Frischwaren ausgerüstet zogen wir weiter durch die Steppe Richtung Astana. Tierreiche Tage erwarteten uns auf den mehrheitlich sehr guten Strassen Kasachstans, genau auf den nächsten 1448 km. Unter ständiger Spannung, ob […]

UNSER TRACK

Unser Freund Beni Loesch, hat aus unseren GPS Tracks eine Google Map mit unseren “Spuren” gebastelt! wir versuchen das noch besser einzubinden, aber bis dann hier schonmal der Link zu dieser Karte:

http://www.lösch.ch/sebiannina/

 

und unbedingt auf der von Ihm programmierten App für Iphone und Android vorbeischauen, ein tolles Projekt mit Legenden über Basel zum entdecken:

http://fairytrails.ch/

 

vielen Dank Beni!

sebastiannina und die migrationsbehörde

da wir am sonntag in uralsk vom hotel nicht registriert werden konnten sind wir nach aktöbe weitergefahren.hier kann uns das teuerste hotel anscheinend auch nicht registrieren. nach einer nacht im bus auf dem hotelparkplatz stehen wir nun seit 4stunden vor und im migrationspolizeigebäude. geschlagene 3h ging absolut gar nichts.keiner konnte/wollte helfen. als wir dann mal zu telefonieren begannen, tat sich dann endlich was! inzwischen haben sie unsere pässe entgegengenommen aber seit 15minuten ist wieder stillstand…

wir müssen warten, wir haben keine wahl…wir zählen weiter die stunden…liveticker auf diesem kanal! 😉

 

ah in der Euphorie haben wir die Auflösung vergessen: nach 4 Stunden warten und einem effektiven Zeitaufwand von vielleicht 10 Minuten sind wir freudestrahlend mit dem zweiten Stempel im Pass aus der Migrationsbehörde herausspaziert und haben uns auf den Weg nach Astana gemacht wo wir inzwischen sind! Mehr beim nächsten mal!

Übernachtungsplätze P2

Unterwegs P2

Zweite Woche

Heute schreiben wir bereits aus Kasachstan… Wir sitzen in Oralsk in einem westlichen Einkaufszentrum, trinken Kaffee und Tee und schwitzen vor uns hin, hier ist bereits Sommer und 34°.

Aber nochmals zurück nach Russland. Da wir uns in Russland nach Grenzübertritt irgendwie registrieren müssen war der plan mal an Moskau vorbeizufahren und in Ryazan in einem Hotel die Registrierung vornehmen zu lassen. Die russischen Strassen waren meist gut und nach zwei Tagen waren wir in Ryazan angekommen. Nachdem die Registrierung dort in einem Hotel mit Hotelübernachtung geklappt hatte haben wir uns nach Saratov aufgemacht mit dem Ziel dort die Spur von MASHIN einstellen zu lassen und die kaputt eingepackte Seilwinde reparieren zu lassen. Über Couchsurfing fanden wir Maxim aus Engels, (Nachbarstadt von Saratov), der uns nach weiteren zwei Tagen zwischen Ryazan und Saratov bei seinen Eltern und Schwester aufnahm. Wunderbar nette Menschen. Menschen die einem nicht einen kleinen Nachschlag geben können wenn der Plov gut schmeckt, sondern nur GROSSE Nachschläge kennen. So waren wir nach den zwei Tagen bei Ihnen auch mächtig vollgestopft.
Was aber an der ganzen Geschichte eigentlich noch viel unglaublicher war, ist, dass Maxim uns mit unglaublicher Geduld mit allen Problemen helfen konnte.
Erstmal wollten wir in einer Autogarage die Spur einstellen. Damit das aber möglich war mussten wir die Luft aus den Rädern ablassen damit wir überhaupt in die Garage kamen. Russische Garagen haben 2.70m hohe Tore…wir haben mehrere Probiert!
Am Nachmittag gings zum Offroad Club von Saratov. Erst Ernste Gesichter öffneten sich bald und wir gaben ihnen unsere Winde und sie begannen zu arbeiten. Und tatsächlich, sie bekamen es hin! Also genauer gesagt, einer Arbeitete hart, ein zweiter half ab und zu etwas mit und die restlichen 4 standen drum rum und machten Sprüche. Und wir mittendrin, ein Riesenspass und witzlerei, rumsitzen, Tee trinken und Offroadclub Kleber an MASHIN anbringen.
Als es dann ums Zahlen ging, brachten sie uns eine grosse Flasche Wodka wünschten eine gute Reise und wollten nichts. Zwei Tafeln Schokolade unsererseits konnten sie dann aber doch nicht ausschlagen. Nach den Abschlussfotos waren dann alle zufrieden und hatten Freude an den jeweils anderen. Wir an ihrer Gastfreundschaft, den lustigen und freundlichen Menschen und der reparierten Seilwinde. Und sie an uns Schweizern, mit dem Offroad-Club Saratov Kleber auf dem Auto.
So waren unsere Ziele für Saratov erfüllt und nach einer Polizeikontrolle mit hypernervösem Maxim und entspannten schweizern, Nudelnessen in Saratov, mit Freunden von Maxim und einer letzten Nacht in Engels waren wir Ready für Kasachstan.
Am nächsten Morgen gabelten wir dann, Diana auf. Eine Deutsche reisende, die auch nach Kasachstan wollte. Kennengelert auch über Umwege und Couchsurfing sollte sie unsere Begleitern auf dem geschätzt ein bis zweitägigen Trip bis nach Uralsk werden. Aus den ein bis zwei Tagen wurden nun Drei, denn die Strassenqualität nahm dramatisch ab! Wir entschieden nicht am Abend nach Kasachstan einzureisen und übernachteten am wohl schönsten Plätzchen der bisherigen Reise noch in Russland. Die Grenzformalitäten am nächsten Tag zeigten schon was hier für eine Veränderung in der Mentalität der Menschen stattfinden sollte.

Russische Grenze: düstere Minen, genaue Kontrollen und überkorrekte Kontrolle aller Papiere usw.
Kasachische Grenze: Freundliche Hilfsbereite Menschen, Kontrollen, im „wird schon alles ok sein“ Stil

Nach den ersten knapp hundert Kilometer neben der Strasse: „Piste ist besser wie löchrige Strasse“ und einer weiteren Übernachtung sind wir nun wie gesagt in Oralsk, wieder in einem Hotel um uns registrieren zu lassen und schreiben Blog. Morgen geht’s dann weiter, erstmal in Richtung Aktöbe, und wohl Astana, mehr wissen wir noch nicht…

Übernachtungsplätze P1

Unterwegs P1

Erste Woche im Rückblick

Nun ist die erste Woche schon vorbei… Letzten Sonntag sind wir von einer netten Truppe, bestehend aus Mami, Papi, Michi, Jule, Markus, Reb und Mattu verabschiedet worden und nun stehen wir mit unserer MASHIN schon in Russland kurz vor Moskau. Und so sind wir bis hier hingekommen:
Zuerst rollten wir über die deutschen Autobahnen, bis wir am Montag die Grenze nach Polen passierten. Alles noch ohne Kontrolle, also ganz ohne Nervenkitzel… Die Landschaft immer noch stark geprägt von Rapsfeldern und Windrädern. In Polen begegneten wir uns dann erstmals der Spezies Angler, die uns bis jetzt an jedem Gewässer begegnen, vielleicht sollten wir uns auch bald eine Angel besorgen… Seit Polen sind wir nun nicht mehr auf Autobahnen, sondern mehrheitlich auf Schnellstrassen unterwegs. Auf den guten fährt MASHIN gute 90-100 km/h, auf den etwas holprigen doch noch gute 60-70 km/h, je nach Löcherumfahrkünste unsererseits. Nach einer schönen Fahrt durch die Mazuren passierten wir die erste bewachte Grenze nach Litauen. Der grimmige Zöllner liess uns nach Einsicht der Papiere dann ohne weiteres weiter rollen. In Litauen erwischten wir einen schönen Platz direkt am Fluss im Privatwald eines älteren Herrn. Leider regnete es am Abend , so dass wir unsere Pläne draussen zu essen kurzfristig doch nach innen verlegen mussten. Am Donnerstagpassierten wir die Grenze nach Lettland und fuhren den ganzen Tag im Regen. Ein Tag, den man besser drinnen und mit guter Musik verbringt. Vor der Überfahrt nach Russland haben wir in Lettland, nahe Zilupe, also kurz vor der Grenze, an einen schönen Fleck am See übernachtet. Gut vorbereitet, also so gut es halt geht, rollten wir der Grenze entgegen und waren auch etwas nervös, was uns da so erwarten würde. So gegen 11 Uhr fuhren wir (Annina am Steuer, weil wir herausfinden wollten, ob dies so funktioniert, da das Auto auf Seb zugelassen ist, sein Schweizer Führerschein jedoch nur noch bis im Juni gültig ist) an die erste Schranke und zeigten unsere Pässe und Fahrzeugpapiere. Wir erhielten einen Zettel, welcher noch mit mind. 3 Stempeln, natürlich alle bei einem anderen Häuschen abzuholen, versehen werden musste. Jedes Mal mussten natürlich wieder alle Dokumente vorgelegt werden. Ein grimmiger Zöllner wollte dann noch unsere Chassisnummer wissen, jetzt wissen auch wir, wo diese eingeprägt ist ;-). Weiter gings zum nächsten Zöllner, diese war noch sehr jung und hat uns mit einem Lächeln empfangen. Nun waren wir erstmals auf der russischen Seite. Der junge Zöllner wollte alle Kisten sehen, zuerst die auf dem Dach. Als Seb aus der ersten Kiste einen Rucksack fischte und noch einen war etwas verwirrt und holte Unterstützung bei einer Kollegin. Nun wollte er selbst aufs Dach klettern. Das war wirklich lustig, da er keine Idee hatte, we er das anstellen sollte. Annina versuchte ihm zu zeigen, wo und wo er am besten hochkommt, was er dann unsicher umsetzte. Seine Kollegin und wir amüsierten uns bei dieser Aktion köstlich. Nun ging es innen weiter… Nach der Schublade mit der dreckigen Wäsche fragte er Annina, ob wir Waffen oder Drogen dabei hätten. Als die Frage mit nein beantwortet wurde, spähte er nur noch aus Pflicht in die Kisten unter der Küche und schickte uns weiter an den nächsten Schalter um die Papiere auszufüllen. Rasch gesellte sich ein Litauer in violettem Traineranzug zu uns und unterstützte uns beim Ausfüllen. Sein Porsche Cayenne stand hinter uns und er wollte wohl nicht mehr ewigs warten. Nach zwei weiteren Häuschen hatten wir es geschafft und konnten auf den russischen Strassen weiter rollen. Immer gerade aus Richtung Moskau. Unterwegs hat Seb dann noch eine russische Simkarte mit Daten bei zwei netten russischen Damen, die jedoch kein Wort Englisch konnten, organisiert. Dank Phrasebook war er erfolgreich und wir können euch nun berichten, was wir so treiben. Am gleichen Ort konnten wir an einer Wasserpumpe auch Wasser finden, welches nicht nach faulen Eier stank, sondern nur nach Chlor. Gestern hätten wir uns auf dem Weg auch noch mit tonnenweise Pelzmützen, Jacken, Bärenfellen oder ausgestopften Tieren, auch da waren Bären dabei, ausstatten können. Das haben wir dann doch den Russen überlassen, genauso das Einkaufen von Gartenzwergen, welche heute über eine weite Strecke am Strassenrand angeboten wurden. Mittlerweile sind wir in Ryazan und versuchen heute um 24.00 Uhr unsere Registration für das Visa zu bekommen. Dann zahlen wir nur noch die Hälfte fürs Zimmer, welches wir eigentlich gar nicht brauchen ;-). Sind mal gespannt ob das klappt. Unser Bus steht nun schon auf dem bewachten Parkplatz, während wir zu Fuss die Stadt erkunden. Mit phrasebook lernen wir fleissig kyrillisch lesen und werden immer besser… Ist ein bisschen wie Rätsel lösen. Morgen rollen wir dann weiter Richtung Saratov…