SebastiAnnina & MASHIN – DER FOTOABEND

am 28.4.15 ab 19Uhr findet SebastiAnnina & MASHIN – DER FOTOABEND statt. Blog Follower und Lesende sind alle herzlich eingeladen.

Wir bitten um Anmeldung via sebastianschlegel84@gmail.com damit wir Euch den Veranstaltungsort mitteilen können.

Liebe Grüsse

SebastiAnnina & MASHIN

MASHIN will weiterreisen

unsere treue Gefährtin MASHIN hat keine Lust in Basel rumzustehen. Wir möchten ihr deshalb die Gelegenheit geben mit neuen Chauffeuren und Chauffeusen weiterzureisen und wollen sie gerne verkaufen.
Wer jemanden kennt, der Interesse haben könnte, einfach weitersagen. Auf folgender Seite findet man alle nötigen Informationen, Bilder und sogar Videos der MASHIN in Action:

MASHIN zu verkaufen

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Basel hat uns wieder

30542km nach unserer Abfahrt sind wir wieder an unserem Startort eingefahren. Wir sind glücklich und dankbar gesund und munter wieder zu Hause zu sein!

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Back from USSR

Nach unserem Aufenthalt in Kazan ist Riga das nächste grössere Ziel. Nach Kazan besuchen wir noch Nizhni Nowgorod, mit seinem schönen Kreml, der vor allem wegen seiner Lage hoch über der Vereinigung der beiden grossen Ströme Wolga und Ob sehr schön ist. Vom Wolgaufer führt eine riesige Treppe zum Kreml hoch, wo Schulklassen wohl ihren Sportunterricht an der frischen Luft machen indem sie hochrennen. Wir kommen auch ohne rennen aus der Puste, vier Monate Autofahren ist leider nicht gerade förderlich für die Kondition…

Die nächsten Zwei Tage verbringen wir mit fahren, lassen Moskau links liegen und rasen auf die Grenze nach Lettland zu. Alle Baustellen, die uns auf der hinfahrt noch einige Zeit gekostet haben sind inzwischen fertig und die Strasse ist in bestem Zustand. Die Grenze nach Russland-Lettland stellt sich als die einfachste und schnellste Grenze der gesamten Reise heraus. Die Russen schauen sich MASHIN nicht einmal genauer an, und auch die Letten sind nach kurzer Inspektion (ohne Dachkisten) schon zufrieden. Das einzig spannende an diesem Grenzübertritt ist unser Wettrennen mit einem Letten, der uns mehrfach versucht zu überholen und dank unserer Unsicherheit in welche Abfertigung wir nun fahren müssen uns dann doch noch ausbremst. Dass wir die Schalter dann aber schneller abfertigen und er hinter uns warten muss hilft am Ende dann trotzdem nicht, denn wir kommen nicht an seinem Auto vorbei. So gewinnt er schliesslich das Rennen mit ca. 10m Vorsprung bei der Ausfahrt aus dem Zollgelände.

Nach einer Übernachtung unterwegs steuern wir MASHIN auf den Citycamping in Riga, freuen uns über die Dusche, waschen und machen anschliessend einen ersten Ausflug in die hübsche Altstadt. Alle „Sehenswürdigkeiten“ sind dort versammelt und durch hübsche Gässlein verbunden. Es ist aber auch alles sehr touristisch, überall Cafés und Souvenirshops. Per Zufall finden wir heraus, dass am Abend ein Openair Konzert in einem kleinen Quartier stattfindet und wir beschliessen dorthin zu fahren. Und tatsächlich, in einem Hof umrahmt von hübschen alten wiederaufgefrischten Holzhäusern steht eine Bühne und ca. 200 junge Lettinnen und Letten haben sich schon versammelt. Ein Bier kostet nur einen Euro und auch der Wein ist nicht teuer. Etwas später spielt ein Duo namens Astron’out und die vielen Konzertbesuchenden singen freudig die Lieder mit, es scheint eine bekannte Band zu sein, was uns von den Einheimischen auch bestätigt wird. Nach dem Konzert spazieren wir zurück zum Camping und treffen dort noch zwei deutsche Pärchen an, mit denen wir kurzentschlossen noch was trinken und um Mitternacht auf Sebastians Geburtstag anstossen. Am nächsten Morgen organisiert Annina ein reichhaltiges Frühstück, bevor es noch immer vom billigen Bier verkatert in Richtung Altstadt geht. Julia und Markus haben Sebastian einen Eintrtitt in ein schönes Wellness Spa geschenkt und das trübe Wetter schreit nach einer solchen Entspannung im Pool, Jacuzzi und den Saunen. Anschliessend folgt ein super Kaffee, etwas mehr Sightseeing und ein Geburtstagsessen in einem Restaurant. Am nächsten Tag fahren wir der Küste entlang zum nördlichen Kap und etwas weiter wieder südlich zu einem kleinen Campingplatz mit Blick und Strand zur Ostsee. Nach einem Ausflug unterwegs in das kleine Küstendorf Pavilosta und einem Strandspaziergang fahren wir weiter nach Litauen bis Klaipeda. Dort erwartet uns am nächsten Tag eine Fahrradtour auf der Kurischen Nerung. Nach dem Fahrräder mieten fahren wir mit der Fähre auf diesen Landstreifen, der parallel zur Küste von Litauen bis nach Russland verläuft. Durch hübsche Wälder auf einem schönen Radweg fahren wir gemütlich bis wir am Strand zum Picknick halten. Zu einem Fussbad in der Ostsee können wir uns hinreissen lassen. Mehr Meer liegt nicht drin, das Wasser ist eiskalt und trotz der warmen Sonne wird es wegen dem Wind nicht heiss genug, dass wir eine solche Abkühlung auch am Rest des Körpers ertragen würden. Nach einem Kaffee in einem kleinen Örtchen geht es auf demselben Weg wieder zurück, mit der Fähre ans Festland und dann mit der MASHIN noch ein paar Kilometer in Richtung Kaunas, bevor wir einen Übernachtungsplatz in der Nähe der Autobahn finden. Ab dann heisst es ab nach Finnentrop, wo wir Beno, Stefanie und Tochter Maya, die wir in Ulan Bator kennengelernt haben besuchen wollen. Die Strassen sind nun wieder Autobahnen. Vor Warschau beschliessen wir diese aber zu verlassen und suchen und finden einen Platz zum Übernachten. Auf der Landstrasse an Warschau vorbei geht es nicht all zu lange, da bemerken wir einen starken Geruch aus der MASHIN. Wir halten an und sehen eine ziemlich ölige Sauerei unter dem Motor. Wir beschliessen kein Risiko einzugehen und lassen uns via Mobiliar organisiert in die nächste Garage abschleppen. In gebrochenem Deutsch sagt uns der Garagenchef: „ich wünsche, dass Sie in Schweiz fahren“ Der Ölverlust ist wohl nicht zu tragisch und die Reparatur kompliziert. Ein Simmering an der Ölwanne ist undicht, daher die ölige Sauerei. Er gibt uns noch eine Flasche Motoröl zum Wiederauffüllen mit und wir folgen seinem Wunsch und fahren mit einem etwas mulmigen Gefühl erstmal weiter. Immerhin sind es noch ca. 2000km bis in die Schweiz. Der Ölverlust hält sich aber tatsächlich in Grenzen und kurz vor Poznan finden wir einen Übernachtungsplatz in einem Wäldchen. Die letzten Tage hatten wir immer am Morgen immer ein sehr feuchtes Zelt und das Kondenswasser im Zelt tropfte uns am Morgen jeweils ins Gesicht. Deshalb die Theorie unter den Bäumen würde es von oben nicht mehr feucht, und dementsprechend auch innen nicht so kondensieren. Und tatsächlich, wir verbringen eine trockene Nacht unter Bäumen und die goldene Sonne weckt uns am Morgen zum Frühstück. Ab Poznan fahren wir wieder Autobahn, suchen uns jeweils einen zügigen LKW aus und folgen ihm mit knapp 90 km/h bis zur nächsten Pause. Vor der deutschen Grenze tanken wir nochmals alles voll, um den horrenden Benzinpreisen in Deutschland wenigstens etwas zu entgehen. Ab da ist die Autobahn grösser, der Verkehr dichter und das fahren ziemlich anstrengend. Dafür kommen wir gut voran. Auf einem kleinen Campingplatz bei Helmstedt nisten wir uns ein. Hier gibt es wohl nur Dauercamper, und Unmengen an Katzen. Die Sanitären Anlagen sehen aus wie bei einem alten Fussballplatz, aber immerhin gibt es wieder warmes Wasser für eine nötige Dusche. Am nächsten Tag geht es ohne Autobahn weiter, denn wir haben nicht mehr allzu weit bis nach Finnentrop. Von dort aus fahren wir dann noch auf Verwandtschaftsbesuch in Oberstetten und Bad Boll, bevor wir am Samstag, 27. September ca. um 15.00 Uhr in Basel bei der Dreirosenbrücke einfahren werden. Wir freuen uns schon sehr euch alle wieder zu sehen. Genauere Infos kommen noch per Mail…

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Kyrillisch QUIZ

Nun da wir Russland definitiv verlassen haben, ist die Zeit der Kyrillisch Entzifferungen für uns auch zu Ende. Deshalb sollt nun ihr die Gelegenheit bekommen eure Kyrillisch Skills zu beweisen. Wir haben 20 Wörter und Begriffe fotografiert, die wir immer wieder angetroffen und uns immer wieder darüber amüsiert haben. Es sind alles Wörter, die man, wenn man sie phonetisch lesen kann auch versteht. Da einige Wörter nicht aus dem deutschen Sprachgebrauch stammen, braucht es natürlich noch eine kleine sinngemässe Übersetzung.

Also hinterlasst einen Kommentar mit Eurem Namen und den Lösungen hier im Blog. Für alle, die alle 20 richtig entziffern gibt es bei unserer Rückkehr ein echt russisches Leckerchen😉 Wer den anderen nicht alles verraten möchte, kann uns ja auch ein geheimes Mail schreiben. ( sebastianschlegel@yahoo.de / anninaschinz@yahoo.de )

Viel Spass!

 

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Kazan – für einmal RAKETA statt MASHIN

Nach dem Wiedersehen mit Manny, rollte MASHIN nach Kazan, die Hauptstadt der Respublika Tatarstan. Schon bei der Stadteinfahrt bekamen wir den Eindruck, dass diese Stadt keine typische russische Stadt ist. Wir erblickten keine Plattenbauten, sondern viele alte, pompöse, gut erhaltene und neue, aufwändig auf alt gemachte Gebäude. Trotz Feierabendzeit erreichten wir unser zentralgelegenes Hostel ohne Probleme. Bei der Parkschranke drückten wir die Glocke und erhielten per Gegensprechanlage die Antwort, dass wir im unterirdischen Parking des Hostels parken können. Auf unsere Antwort, dass dies wohl eher nicht gehe, kam die Receptionistin raus und bot uns dann sofort einen Parkplatz im Hinterhof an, uff! Nach einer Dusche und mit hungrigen Bäuchen machten wir uns dann auf die Suche nach Olegs Lada, denn Oleg wollte uns noch am selben Abend in die tatarische Küche einführen. In einem Restaurant genossen wir dann leckere Pferdefleischgerichte und Tschak-Tschak (ultrasüsser Kuchen aus Brotwürstchen, welche mit Honig zu einem Kuchen zusammengepappt werden). Nach dem Essen bekamen wir von Oleg noch eine Führung durch Kazan bei Nacht. Alle wichtigen, ok auch weniger wichtige Gebäude wie z.B. das überdimensionierte Ministerium für Landwirtschaft der Respublika Tatarstan, waren hell ausgeleuchtet, was die Stadt im wahrsten Sinne des Wortes „in einem ganz besonderen Licht“ erscheinen lies. Hellerleuchtet, gut gesättigt und müde fielen wir dann in unsere gemütlichen Betten. Tags darauf stand als erstes die Organisation von Tickets für eine Raketafahrt (russisches Tragflügelboot) auf dem Programm. Nach einer sehr freundlichen Auskunft bei der Touristeninformation, stellte sich der Kauf am Hafen dann als schwieriger als erwartet heraus. Die Dame an der ersten Kasse wiederholte ihre Sätze einfach immer lauter auf russisch, als wir nichts verstanden und wurde schon fast böse, als wir sie trotz Gebrüll immer noch nicht verstehen konnten. So machten wir nach Bargeldbezug einen zweiten Versuch an der anderen Kasse und konnten schliesslich dank Telefonjoker Oleg 5 Tickets für den nächsten Tag besorgen. Jedoch nur für die Hinfahrt, denn Tickets können jeweils nur am Hafen des jeweiligen Abfahrtortes gekauft werden, Vorreservierungen sind nicht möglich. In der Hoffnung, dass dies mit den Rückfahrttickets dann schon alles klappen wird, fuhren wir mit dem Bus wieder zurück ins Zentrum, wo wir auf dem weitläufigen Kreml die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale, den schiefen Turm von Kazan und nach dem Freitagsgebet auch noch die Kul-Sharif-Moschee anschauten. Nach einem leckeren Mittagessen wurden wir in der Peter-und-Paul-Kathedrale Zeugen einer orthodoxen Trauung. Geheiratet wird in Russland nämlich am liebsten an Freitagen. Die Zeremonie beinhaltete viele Gesänge. Bis auf den Priester waren auch alle sehr musikalisch😉. Neben dem Brautpaar, dem Priester, seinen drei Helfern waren nur noch die Trauzeugen, die Fotografin, die Putzfrau und neben uns noch zwei, drei andere Besucher in der Kirche. Alles findet im stehen statt. Trotzdem war es sehr stimmungsvoll. Im Anschluss bummelten wir noch durch die Fussgängerzone, die eigentlich mehrheitlich aus Souvenirshops besteht am Glockenturm vorbei zur grossen Fontäne vor der Universität. Dann brauchten unsere Beine definitiv mal Pause und wir flitzten mit der Metro auf die andere Flussseite, um dort noch die Aussichtsplattform der Weddinghall zu erklimmen. Wir amüsierten uns dort auch nochmals prächtig ab dem Hochzeitsgewimmel. Bestimmt sieben verschiedene Brautpaare mit Festgesellschaft wimmelten in und um die Weddinghall. Alle, um dort schöne Fotos zu schiessen. Für uns glichen die Szenerien oft mehr einem Polterabend als einer Hochzeit. Am Abend trafen wir uns mit Oleg, seiner Freundin Kyra und ihrer Tochter Lisa zum Abendessen. Das Restaurant war wunderbar gelegen, leider versagten aber Bedienung, Küche und Chef total. Doch auch dies konnte unsere Stimmung nicht trüben und der Vodka trug bestimmt auch dazu bei, dass wir ohne Magenprobleme davon kamen. Am nächsten Morgen fuhr unsere Raketa bereits um 08.00 Uhr, früh aufstehen war angesagt. Oleg, Kyra und Lisa begleiteten uns auf unserem Ausflug nach Bulgar, wobei eigentlich mehr das Raketa fahren im Zentrum stand. Mit ca. 60 km/h flitzten wir in 2 ½ Stunden dort hin und dank den erhaltenen Rückfahrtickets in der selben Zeit dann auch wieder zurück. In Bulgar gab es dann eine Moschee, ein Brotmuseum, den grössten Koran der Welt und Ausgrabungen aus dem 13. Jahrhundert zu sehen. Am Abend luden uns Oleg und Kyra dann noch zu Oleg nach Hause zum Abendessen ein. Nach leckerem Hähnchen mit Kartoffeln und Bohnen gings dann zum Abschied noch auf die Dachterrasse des Hochhauses. Nach einem schönen Tag gings dann per Taxi zurück ins Hostel, wo MASHIN nach 2 Tagen rumstehen schon sehnlichst auf die Weiterfahrt am nächsten Morgen wartete.

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Lang ersehntes Wiedersehen

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Am Mittwoch, 3. September 2014 war es endlich soweit! Nachdem MASHIN ihren heissgeliebten Manny mit gebrochenem Herzen (kaputtem Zylinderkopf) in Ulan Bator zurücklassen musste und die beiden seit dann in regem SMS Kontakt standen, rollte Manny nach einigen Orientierungsschwierigkeiten (wahrscheinlich aus lauter Nervosität, dass es nun endlich soweit sein sollte) zu später Stunde, ganz romantisch mit Scheinwerferlicht, an. Natürlich parkte er dicht neben MASHIN. Während die beiden wahrscheinlich wild flirtend die Nacht verbrachten, genossen ihre Passagiere Fränzi, Tobi, Annina und Sebastian einen gemütlichen Abend bei Pasta, Bier und Wein im Bauch von MASHIN, denn auch der Himmel freute sich über das Wiedersehen so fest, dass ihm Tränen kamen. Trotz gewonnenen zwei Stunden war der Abend viel zu kurz, um alles Erlebte auszutauschen, aber irgendwann fielen alle Passagiere müde ins Bett (lange Fahrtage lagen hinter und vor uns). Schön war’s trotzdem neue, alte Freunde wieder zu sehen und während sich unsere MASHIN vielleicht für immer von Manny verabschieden musste, sind wir sicher, dass wir Fränzi und Tobi in der Schweiz bestimmt wieder sehen werden. Wir freuen uns jetzt schon darauf!

Und hier noch Ausschnitte einer ganz besonderen Liebesgeschichte:

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Von Eishöhlen, Bremszylindern, Deserteuren und Architekten

Am Sonntagnachmittag erreichen wir Kungur und besichtigen als erstes die grosse Kirche im Ort. Dort findet gerade eine Zeremonie statt. Vorsichtig stecken wir unsere Köpfe durch die Türe und sind uns bis jetzt nicht so ganz sicher, ob ausser dem Priester Männer in der Kirche wirklich willkommen sind. Erstmals können wir auch einen grossen Kirchenraum besichtigen, hoch, weisse Wände und vorne eine Wand voller Ikonen. Dann lauschen wir noch ein wenig den Gesängen des Priesters und den zwei singend antwortenden Frauen in speziellen Gewändern, bevor wir die Kirche wieder verlassen und zum Parkplatz der Eishöhle fahren. Dort erkundigen wir uns wann am nächsten Tag die erste Führung stattfinden wird. Anschliessend finden wir bei einem kleinen Birkenwäldchen ein gutes Übernachtungsplätzchen. Nach einer Eiskalten Nacht geht es dann direkt in die Eishöhle von Kungur. Zur frühsten Führung sind nur ein russisches Ehepaar und wir erschienen, und natürlich die kleingewachsene Elisabeth, die uns durch die Höhle führen wird. Erstmal wird sich dick eingepackt und dann geht es ins Loch. Stets erklärt Elisabeth Unmengen über die Höhle, wie ein Bändchen spult sie ihre auswendiggelernten Texte ab, dann stellt sie wieder auf die normale Stimme um und beantwortet Fragen. Natürlich nicht unsere Fragen, denn es wird nur russisch gesprochen. Naja, schön ist die Höhle trotzdem. Eiszapfe bunt beleuchtet, grosse Höhlen unterirdische Seen und zum Abschluss eine Lichtshow die ihresgleichen sucht, begleitet von Peer Gynt’s „In der Höhle des Zwergkönigs“. Während der Besichtigung wird uns auch klar, dass die kleine Elisabeth einen grossen Vorteil, sie muss kein einziges Mal den Kopf einziehen, während wir ständig darauf achten müssen unsere Köpfe nicht blutigen zu schlagen. Nach kalten 1.45h erblicken wir wieder das Tageslicht und kehren zu MASHIN zurück. Dort erwartet uns ein kleiner Bremsflüssigkeitssee rund um das hintere Rechte Rad. Da muss etwas kaputt sein, ein Russe kommentiert auch gleich: Bremszylinder! Also nichts mit weiter nach Perm-36 sondern ab in die nächste Garage. Es gibt eine Bosch Autowerkstatt, die zwar geschlossen hat wegen dem Schulbeginn, aber dank den Nachbarn finden wir den Besitzer in einem Autozubehörladen und bitten ihn uns trotzdem noch Heute zu helfen. Und freundlich wie sie sind schrauben sie mal unser Rad ab, um die Sache zu analysieren. Und tatsächlich, der Bremszylinder ist undicht und nach der Demontage macht sich Andrej daran das passende Ersatzteil zu finden. Wir befürchten schon mehrere Tage Aufenthalt, bis ein Mercedes Teil den Weg in die Kleinstadt finden wird. Aber nach kurzer Zeit kehrt Andrej zurück und teilt uns mithilfe von Google Translate mit, dass am Abend zwischen 7 und 8 das passende Teil aus Weissrussischer Produktion geliefert würde und wir nach dem Einbau noch am gleichen Tag weiterfahren können. Etwas ungläubig, ob das denn wirklich das passende Teil sein wird aber hoffnungsvoll verbringen wir den Nachmittag noch mit Diskussionen und einem langen hin und her mit Google Translate, ob wir denn nun das schäumende Differentialöl gleich auch noch tauschen sollen. Schlussendlich wird das Öl getauscht, (was für eine hässlich stinkende Suppe da drin war!) Tee getrunken und Risotto gekocht und dann ist das Teil da und tatsächlich es passt genau, Weissrussische Produktion für Mercedes Benz T1 Jahrgang 77-96! Was für ein Glück, damit hätten wir echt nicht gerechnet, mit Sicherheit hätte es in jeder Mercedes Benz Werkstatt Wochen gedauert! Kurz vor Zehn Uhr Abends bezahlen wir die lächerlich kleine Rechnung und bedanken uns mit einer Tafel Schokolade (und spenden zuhause wohl an Google Translate). Wir Übernachten noch einmal an der gleichen Stelle wie die Nacht zuvor nur noch kälter. So kalt, dass das Kondenswasser vom Zeltdach direkt in unser Gesicht tropft und uns unsanft weckt. Am nächsten Morgen fahren wir zu einem ehemaligen Gefangenenlager für Deserteure während des Kommunismus östlich von Perm. Das Museum von Perm-36 wäre eigentlich wohl ziemlich eindrücklich, würde man ein Wort der nur russisch sprechenden Führung verstehen und alle Gebäude auch besichtigen können. So bleibt uns nur die Freude über die schöne Landschaft, die wir dank dem Abstecher dorthin gesehen haben. Wir fahren weiter nach Perm und noch etwas nördlich aus der Stadt heraus, wo ein Museum mit alten Gebäuden aus dem 19.- und 20. Jahrhundert wartet. Wir übernachten auf einem Hügel mit wunderbarer Aussicht auf das Gewässer rundherum und besuchen am nächsten Morgen als erste Besucher das Freilichtmuseum. Dass wir die ersten sind merken wir daran, dass noch alles verschlossen ist und zuerst Kasse und die zu besichtigenden Gebäude geöffnet werden müssen. Aber dieser Besuch lohnt sich wirklich, wir können alte Bauernhäuser aus den Dörfern der Region mit Utensilien aus dem Alltag begutachten, und alles mit englischen Informationen bestückt. Sogar zwei alte Kirchen, ein Wachturm, Feuerwehrhäuschen, Jagdhütten, Salzgewinnungsfabriken und Windmühlen sind auf dem malerischen Gelände auf einer Halbinsel verteilt. So ist nach den drei Besuchen der Durchschnitt der Sehenswüdigkeiten doch bei „66.6% Sehenswürdig“ und wir fahren zufrieden in Richtung Kazan wo wir wieder ein paar Tage verbringen wollen.

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Stadtluft schnuppern in Ekaterinburg

Für unsere Fahrpause in Ekaterinburg haben wir uns auf der Social Plattform Couchsurfing wieder einen Couchsurfing Host gesucht. Wir durften bei Anna, ihrem Verlobten Igor und ihrem Bruder Oleg die Wohnzimmercouch belegen. Ekaterinburg ist eine Grossstadt mit ca. 1.3 Millionen Einwohnern, wovon die meisten in riesigen Wohnblöcken wohnen. Anna und Co wohnen auch in einem solchen. Es erinnert uns an die Wohnung wo wir in Astana untergekommen sind. Die Haupteingangstür schliesst man mit einem Magnetchip auf und die Wohnung ist etwa doppelt bis dreifach verriegelt. Die Wohnung besteht aus vier kleinen Räumen, einem Bad, einem WC und einer Küche. Anna hat gerade noch Besuch von Vera, einer Freundin aus Sibirien, die ein USA Visum versucht zu beantragen. (klappte am Ende leider nicht, da sich nicht verheiratet ist und keinen festen Job in Russland hat) So verbringen wir den ersten Abend mit Gesprächen über dies und das und geniessen nach 7 Tagen wieder einmal eine echte Dusche😉. Wir nutzen am nächsten Tag erstmal die Gelegenheit Kleider zu waschen bevor wir die Stadt erkunden. Ekaterinburg hat ein paar schöne Flecken im Zentrum. Zum Beispiel geschichtsträchtige Kirchen, die man leider nicht betreten kann wegen Renovationen, einen Stadtsee/Weiher, hübsche Herrschaftshäuser und eine grosse Fussgängerzone. Wir spazieren durch die Gegend, treffen am Mittag noch Anna zum Mittagessen und gehen am Abend mit einigen Problemen die richtige Marschrutka zu finden wieder zu Anna nach Hause, wo wir für die gesamte Crew Älplermakkaroni kochen. Auch diesen Tag lassen wir sanft ausklingen. Den nächsten Tag verbringen wir im Schmuckmuseum, denn im Ural hat es viele schöne Mineralien die sie zu Schmuck verarbeitet haben und immer noch verarbeiten, besonders typisch ist der türkisfarbene Malachit, aus dem Ketten, Ringe, Schmuckkästchen, Vasen und vieles mehr hergestellt wurden. Dummerweise haben wir unsere Bargeldreserven in der Wohnung vergessen und so wird aus dem geplanten Besuch einer Aussichtsplattform nichts, da sie keine Visa Karte akzeptieren und wir nicht genügend Bargeld haben. So verbringen wir den Nachmittag mit Shopping und helfen anschliessend Vera irgendwelche lustigen Fotos mit Yogapositionen an speziellen Orten zu machen.

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Anna hat uns bereits im Vorfeld angekündigt, dass sie das Wochenende mit Freunden in einem Nationalpark verbringen werden und hat uns auch dazu eingeladen. Der Morgen beginnt hektisch, und beim Rausfahren aus der Stadt gesellen sich immer wieder neue Freunde dazu, so dass wir am Ende eine Gruppe von 13 Russinnen und Russen und 2 Schweizern beim Nationalpark ankommen. Man versucht die umgerechnet 6.50 Fr. Parkeintritt mit einem Schleichweg zu umgehen, aber die Parkwächter kennen das Spiel und kriegen uns natürlich. Nachdem wir also alle den Eintritt bezahlt haben machen wir eine kleine Wanderung durch den hübschen Nationalpark, einem Flüsschen entlang, durch Wälder bis zu einem grossen Loch/Höhle was auch immer und wieder zurück. Die Russen legen beim Wandern ein zackiges Tempo vor, man rennt schon fast ein bisschen, trotz dem schon relativ üppigem Alkoholkonsum. Dafür macht man ständig kleine Pausen, trinkt wieder einen Schluck und rennt dann weiter. Da alles nicht so ganz nach Plan verläuft und nie ganz klar war wo man denn nun übernachten wird und ob zuvor nochmals eingekauft werden muss usw. kommen wir relativ spät in einem kleinen Dorf an, wo die Gruppe ein altes Bauernhäuschen gemietet haben. Dort wird dann irgendwann nach 9 Uhr angefangen zu grillen, Plov gekocht und der Alkoholkonsum wird gesteigert. Vodka, Tequila, Bier alles quer durcheinander. Der ein oder andere bekommt das am nächsten Morgen dann auch zu spüren. Gegen Mitternacht gibt es dann auch den Plov, superlecker und dann geht es zum Erschrecken aller, zum ersten Mal für uns in eine russische Banja. Zuerst sind die Männer dran, die Banja ist klein und extrem heiss (sogar die Russen finden sie zu heiss!) aber das ganze Ritual, mit rein, raus, abwaschen, abklopfen mit Birkenästen usw. dauert ca. eine Stunde. Danach hat man aber wieder warm um noch etwas länger draussen zu sitzen und zu palavern. Am Sonntagmittag verabschieden wir uns dann von der Gruppe, voll bepackt mit frisch geerntetem Gemüse aus dem Garten und fahren weiter in Richtung Kazan, wo wir aber unterwegs noch einiges sehen und erleben wollen und werden.

 

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